Afrika – der kulinarisch unbekannte Kontinent
Wer weiß denn schon, was in Afrika so alles auf den Tisch kommt? Zuerst kommen einem Hirse und Mais stampfende Frauen in den Sinn, die mit schöner Regelmäßigkeit in Dokumentationen über Afrika gezeigt werden. Das ist sicher ein starkes Fotomotiv, aber entspricht das auch der Realität? Ja und nein, wie Marion von KrautTrotter Safaris auf ihren Reisen nach Afrika festgestellt hat.
Die Küche Südafrikas
Sie ist das Chamäleon unter den Länderküchen Afrikas und gekennzeichnet durch starke regionale Unterschiede und Einflüsse. Ist ja auch klar, wenn man bedenkt, wie viele Völker in dieses Land eingewandert sind. Je nach Region überwiegen europäische, indische, indonesische, malaiische und traditionell afrikanische Einflüsse. Ein alles verbindendes Element ist die Braaikultur, die südafrikanische Art des Grillens. Ein südafrikanisches Braai steht für Einheit, Tradition und Verbundenheit über alle Ethnien und Gesellschaftsschichten hinweg. Für ein Braai benötigt man nicht viel: ein Grillrost, Kameldornholz, ein gutes Stück Fleisch, Boerewors (Bauernwurst) und würzige Grillsaucen oder Chutneys. Nicht zu vergessen: ein eiskaltes Bier für den perfekten Genuss.
Die Küche Namibias
In der namibischen Küche dreht sich alles ums Fleisch. Vegetarische oder gar vegane Küche ist nicht sehr verbreitet. Insbesondere drei verschiedene kulturelle Einflüsse prägen die Küche Namibias: Erstens die traditionelle Küche der namibischen Ethnien wie Ovambo, San, Nama, Damara und Herero. Sie verwendet häufig das Fleisch von Wildtieren wie Zebra, Strauß, Krokodil und verschiedenen Antilopen. Als Grundnahrungsmittel dient das Maismehl, das in Form von „Pap“ (Maisbrei) gereicht wird. Zweitens – auch wenn es schon lange zurückliegen mag – der Einfluss der deutschen Küche aus der Schutztruppenzeit in Deutsch-Südwestafrika mit schweren Soßen und Gerichten wie Kassler und Braten mit Rotkohl (ja wirklich!). Drittens schließlich die malaiisch geprägte südafrikanische Küche der Afrikaaner – also den Nachkommen der Holländer – mit süßen Beilagen und mächtigen Nachspeisen.
Die Küche Ugandas
Ugandas Küche ist einfach aber köstlich. Ein wichtiges Grundnahrungsmittel sind Kochbananen, die zu einem festen Brei (Matooke) verarbeitet werden. Die grün geernteten, geschälten Bananen werden dabei zerstampft und traditionell in Bananenbättern gegart. Matooke wird häufig mit einer Soße aus Erdnüssen serviert und mit der Hand gegessen. Meist wird es mit unterschiedlichen Gemüsesorten, Hülsenfrüchten sowie Hühnchen oder Rind kombiniert. Da in Uganda allerlei Obst und Gemüse angebaut werden, kommen hier auch Vegetarier gut zurecht. Allerdings erntet man nur mitleidige Blicke und Kopfschütteln, wenn man seine fleischlosen Gewohnheiten preisgibt. Bei der lokalen Bevölkerung, wie fast überall in Afrika, gilt der Fleischverzehr als ein Ausdruck von Wohlstand.
Die Küche von Sansibar (Tansania)
Sansibar hat nicht nur wunderschöne Sandstrände zu bieten, sondern wartet auch mit einer vielseitigen und schmackhaften Küche auf. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten, von Fleischliebhabern über Vegetarier und Veganer bis hin zu Naschkatzen. Feinschmecker freuen sich über frischen Fisch und Meeresfrüchte, von Fischern gerade erst an Land gebracht. Durch die mehrheitlich islamische Inselbevölkerung findet man auf Sansibar an quasi jeder Ecke auch Halal-Restaurants, in denen die Speisen nach muslimischen Regeln zubereitet werden. So spiegelt die Swahili-Sansibari-Küche die vielfältigen kulturellen Einflüsse der Insel wider – indisch, arabisch, persisch und europäisch. Berühmt ist Sansibar auch für den Anbau edler Gewürze wie Muskat, Pfeffer, Nelken, Kardamom, Zimt, Ingwer und Vanille. Sie geben lokalen Gerichten das gewisse Etwas.
Die Küche der Seychellen
Das Essen auf den Seychellen ist stark geprägt von Fisch und Meeresfrüchten, auch Poulet (Hühnchen) und Schweinefleisch werden in der Küche oft verwendet. Europäische, indisch-asiatische und afrikanische Einflüsse haben aus dem üppigen Angebot an Gemüsesorten und Früchten die typisch kreolische Küche geschaffen. Mit Mango, Süßkartoffeln, Brotfrucht, Kokosmilch und Koriander werden Currys gekocht, darunter auch das berühmt-berüchtigte Bat-Curry (Flughund). Typisch sind die zuckersüßen Desserts wie Kokos-Pralinen, in Kokosmilch gekochte Bananen oder karamellisierte Ananas. Aber auch kalorienfreundlichere Leckereien wie Obstsalate aus Papaya, Guave, Mango und Sternfrucht findet man in den Restaurants auf der Speisekarte.
Und was ist nun mit Mais?
Mais und Hirse stampfende Frauen habe ich tatsächlich mehrmals auf unseren Afrikareisen gesehen. Das ist aber genauso spektakulär, als würde man deutsche Frauen beim Kartoffel- und asiatische Frauen beim Reiskochen beobachten. Ganz alltäglich … aber im Gegensatz zur Kartoffel kochenden deutschen Hausfrau einfach ein tolles Fotomotiv. 🙂



