Botswana günstig und naturnah – die 3 besten Möglichkeiten

Schock beim Preis-Check

„Jetzt übertreiben die’s aber wirklich!“, denke ich laut, als ich im Sommer 2023 die Preise für Lodges im Okavangodelta checke. Meine Hoffnung auf halbwegs bezahlbare Unterkünfte hatte sich soeben in Luft aufgelöst. Zwischen 500 und 1.000 Euro muss man im Durchschnitt für eine Übernachtung hinblättern, und das pro Person wohlgemerkt! Zu diesem Preis kann man dann ein einfaches Safarizelt auf Zwei-Sterne-Niveau erwarten. Wer Luxus will, der braucht unter 1.000 Euro erst gar nicht zu suchen.

Der Umwelt zuliebe

Aber wieso können die Lodges eigentlich solche Mondpreise verlangen? Tatsächlich ist dies von der Regierung Botswanas so gewollt, denn man möchte sich den Massentourismus vom Halse halten und am liebsten nur zahlungskräftiges Klientel im Lande haben. Wer als Tourist in den Nationalparks auch übernachten und nicht nur durchfahren möchte, muss sich auf saftige Übernachtungspreise einstellen. Selbst ein einfacher Stellplatz für Camper ohne Wasser und Strom ist nicht unter 150 € zu haben. Das alles dient der Nachhaltigkeit und dem Schutz der Umwelt, wie die Tourismusbehörde in Botswana versichert. 

Geplatzte Träume?

„Heißt das denn jetzt für mich, dass ich niemals das großartige Okavangodelta sehen werde?“, frage ich Burak enttäuscht. Wir kämpfen lange mit uns, ob wir nicht doch in den sauren Apfel beißen und die horrenden Übernachtungspreise zahlen sollen. Aber noch geben wir unsere Hoffnung auf eine bezahlbare Alternative nicht auf und recherchieren weiter in Foren, Blogs und Reiseführern. Ich vergleiche penibel die Angebote diverser Reiseveranstalter … und werde fündig: 

1. Möglichkeit: Botswana während der Green Season

Von Ende November bis Anfang März herrscht in Botswana Regenzeit. Es erwarten einen durchaus hohe Temperaturen mit spontanen Regengüssen und Gewittern. Dies führt aber auch dazu, dass das Land herrlich grün ist. Da nur wenige Touristen unterwegs sind, kann man die Wildnis in privilegierter Ruhe genießen. Die Aktivitäten werden von den Driverguides immer dem Wetter entsprechend geplant. Wer so flexibel ist und sich durch Wetterkapriolen nicht abschrecken lässt, kann jetzt deutlich günstiger reisen. Unser Tipp ist die speziell für die Green Season konzipierte Gruppenreise Leopard – Höhepunkte Botswanas.

2. Möglichkeit: Geführte Camping-Safari

Bei einer Camping-Safari kann man hautnah in die Natur Botswanas eintauchen. Man übernachtet in den Nationalparks in absoluter Einsamkeit und kein Zaun trennt einen von der Wildnis. Der Besuch von Löwen, Hyänen und Elefanten im Camp gehört schon fast zum guten Ton. Bei diesen „Mitmach“-Safaris ist von den Gästen mehr oder weniger Mithilfe gefragt. Man lernt, sein Bodenzelt selber aufzubauen und ist als Schnibbelhilfe beim Koch sehr willkommen. Alle helfen einander nach Kräften, und so werden Guide, Koch und Reisegäste schon nach kurzer Zeit zu einem eingeschworenen Team. Von uns selbst getestet und für gut befunden ist die Camping-Safari Wüstensand und Wasserwelt.

3. Möglichkeit: Selbstfahrerreise mit (Dach-)Zelt

Wer sich zutraut, sich im Linksverkehr an das Steuer eines Allrad-Campers zu setzen und Botswana auf eigene Faust zu erkunden, auf den warten einmalige Eindrücke und Erfahrungen. Zudem kann man eine Menge Geld sparen, wenn man Camps vor den Toren der Nationalparks wählt. Die Sache hat nur einen Haken. Botswana ist kein ideales Land für spontanes Reisen. Durch die begrenzte Anzahl an Campingplätzen ist es unbedingt erforderlich, rechtzeitig zu reservieren. In den Nationalparks sogar mindestens ein Jahr im Voraus. Es kann ganz schön an den Nerven zehren, wenn man täglich um einen freien Platz bangen muss, denn wildes Campen ist in Botswana streng verboten. Und manchmal bleibt dann doch nur der tiefe Griff ins Portemonnaie für die einzig freie Lodge.

Resümee

Alle 3 Möglichkeiten, das hochpreisige Botswana günstiger und besonders naturnah zu erleben, haben wir selber ausprobiert. Auf unserer großen Reise durchs Südliche Afrika 2023 waren wir während der Green Season über 4 Wochen in Botswana. Die ersten zwei Wochen noch als Selbstfahrer und danach als Teilnehmer einer geführten Campingsafari. Ich habe nach unserer Heimkehr noch wochenlang von Dach- und Bodenzelten geträumt. Und ja, ich konnte meinen Traum vom Okavangodelta verwirklichen.

Afrikanisches Sprichwort
Okavangodelta, Botswana: Marion und Burak sitzen im Mokoro

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