Jetzt sind wir schon seit über 5 Wochen wieder zurück aus Afrika und machen diese Woche weiter mit dem dritten und letzten Teil unserer Trilogie, die von den „Gefahren“ einer Afrika-Reise handelt. Im 1. und 2. Teil hatten wir uns mit den Themen Sicherheit im Straßenverkehr und Kriminalität befasst. Zum Abschluss erzählen wir euch etwas zu Krankheiten im südlichen Afrika und sagen euch, was ihr tun könnt, um gesund wieder zurückzukommen.
Gefahrenpunkt 3: Krankheiten
Malaria
Wenn wir in tropische Länder reisen, ist die erste Krankheit, an die wir denken, Malaria. Vor allem, wenn man nach Afrika fliegt. Jährlich erkranken laut Robert-Koch-Institut etwa 200 Millionen Menschen weltweit an Malaria. Allein 90 % der Betroffenen leben in Afrika. Grund genug, sich vor Antritt der Reise Gedanken über diese vor allem für uns Touristen potentiell tödliche Krankheit zu machen. Erreger dieser auch Sumpf- oder Wechselfieber genannten Krankheit sind sogenannte Plasmodien. Diese einzelligen Parasiten leben in der tropischen Anopheles-Mücke. Wenn die Mücke uns dann sticht, geraten die Erreger in unsere Blutbahn und wir werden krank. Im Umkehrschluss heißt das: kein Mückenstich, keine Malaria.
Situation in Namibia und Botswana
Nun gelten vor allem der (sub-)tropische Norden Botswanas und der daran angrenzende Caprivi-Zipfel Namibias als ganzjährige Malaria-Hochrisikogebiete. Insbesondere in der Regenzeit von November bis April, wenn sich viele stehende Tümpel und Gewässer bilden, finden die Anopheles-Mücken beste Brutbedingungen. Im Rest Namibias und Botswanas ist die Malaria-Gefahr nicht so hoch, der Süden gilt sogar als malariafrei. Bezüglich der Malaria gibt es für uns Touristen eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Ihr könnt eine Infektion nicht zu 100 % verhindern. Die gute: Ihr könnt euer Risiko, an Malaria zu erkranken, minimieren.
Expo was? oder Wie schütze ich mich?
Das Zauberwort hierzu heißt vor allem Expositionsprophylaxe. Zu Deutsch: Gucken, dass man nicht gestochen wird. Dafür sollte man vor allem zwei grundlegende Dinge beherzigen:
- Insbesondere in den Abendstunden und zur Dämmerung langärmelige Kleidung und lange Hosen tragen. Am besten aus „mückendichtem“ Material. Es gibt einige Anbieter von tropengerechter Kleidung. Wir zum Beispiel sind mit der Marke Craghoppers sehr zufrieden. Und achtet außerdem darauf, dass das Material aus gedeckten Farben besteht (z. B. Khaki oder Sandfarben), denn grelle bunte Farben locken die Mücken eher an.
- Insektensprays für Haut und Kleidung mitnehmen. Konsequent angewendet können sie zwar nicht jeden Mückenstich verhindern, aber nachweislich einen großen Teil davon. Es gibt mehrere Marken auf dem Markt. Doch hier in die Tiefe zu gehen, würde den Rahmen unseres Blogs sprengen.
Und was ist mit Medikamenten?
Die nächste Möglichkeit sich vor Malaria zu schützen ist die sogenannte Chemoprophylaxe, das heißt die Einnahme von Medikamenten. Genau genommen schützen die aber nicht davor, dass ihr erkrankt, sondern sorgen dafür, dass die Malaria nicht so schwer verläuft, wenn ihr einmal erkrankt seid. Das kann im Ernstfall lebensrettend sein. Doch ob, wann und welche Medikamente ihr nehmen solltet, das müsst ihr natürlich im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung mit einem Arzt besprechen. Das gilt übrigens auch für notwendige Impfungen für die jeweiligen Reiseländer. Und eins vorweg: Eine Impfung gegen Malaria gibt es leider nicht – zumindest noch nicht.
Wie oft wir gestochen worden sind
Wie sind wir eigentlich vorgegangen? Wir haben unsere Kleidung und vor allem uns konsequent mit Mückenspray eingesprüht und haben insbesondere am Abend lange Kleidung getragen (zugegeben, immer ist uns das in der schwülen Hitze nicht gelungen). Ergebnis: Obwohl wir uns mehrere Wochen im Malaria-Hochrisikogebiet aufgehalten haben, hatten wir nicht einen Mückenstich – und das in der Regenzeit! Außerdem haben wir über mehrere Wochen Malaria-Tabletten genommen (Malarone®) und haben sie gut vertragen. Unser Fazit zu Malaria: Äußerer Schutz vor Mückenstichen (also Expositionsprophlaxe) ist das A und O. Vorsorgliche Einnahme von Tabletten kann durchaus sinnvoll sein, aber da müsst ihr natürlich euren Arzt fragen.
Weitere Krankheiten
Was man sich in Afrika und allgemein in tropischen Ländern natürlich auch schnell einfangen kann, sind Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und Erbrechen. Was viele nicht wissen: Die können euch nicht nur den Urlaub vermiesen, sondern durch hohe Flüssigkeitsverluste auch ernsthaft gefährlich werden. Wir jedenfalls hatten mächtig Respekt davor und haben darauf geachtet, dass wir nur Geschältes, Gekochtes oder Hocherhitztes essen – frei nach dem Motto „Cook it, boil it, peel it or forget it“. Zumindest in den ersten Wochen. Denn ehrlicherweise haben wir das nicht lange durchgehalten.
Was wir gegessen und getrunken haben
So gab es dann doch am Ende Eiswürfel im Softdrink oder Salat zum Essen. Da haben wir uns ein wenig von unserem Gefühl und dem gesunden Menschenverstand leiten lassen. Die Supermärkte in Namibia und Botswana sind gut sortiert. Die Waren waren sauber und hygienisch einwandfrei. Auch in den Lodges konnten wir alles bedenkenlos essen und trinken. Auf den Zeltplätzen haben wir unser eigenes in Kanistern abgepacktes Trinkwasser getrunken. Am Ende mussten wir zu unserer großen Freude feststellen, dass (soviel Indiskretion sei erlaubt) unser Verdauungssystem zu jeder Zeit bestens funktioniert hat.
Banal, aber häufig
Aber was ist eigentlich die häufigste Krankheit, die man sich als Tourist in Afrika einhandeln kann? Ganz einfach: eine Erkältung oder ein grippaler Infekt. Durch die lange Anreise (oft mit Schlafmangel), das heiße Wetter und die Reisestrapazen sind Körper und Immunsystem oft geschwächt. Die (unverzichtbare!) Klimaanlage im Auto tut dann ihr Übriges. Schnell fängt die Nase an zu laufen, der Kopf und die Glieder schmerzen und die Stirn ist warm. So war er auch bei uns. Die ersten zwei Wochen waren wir richtig platt und erkältet. Zur Ehrenrettung Namibias: Vielleicht haben wir uns ja schon in Deutschland oder gleich am Flughafen angesteckt, wer weiß.
Fazit – Krankheiten in Namibia und Botswana
Klar: Wir sind hier nicht auf alle erdenklichen Krankheiten in Namibia und Botswana eingegangen. Das war aber auch nicht unser Ziel. Vielmehr haben wir euch nur einige der wichtigsten und häufigsten Krankheiten im südlichen Afrika vorgestellt und von unseren Erfahrungen berichtet. Natürlich gibt es auf einer Reise durch Namibia und Botswana und das restliche (tropische) Afrika Gefahren durch bestimmte Krankheiten (siehe Malaria). Aber ihr könnt euer Risiko zu erkranken zum Teil deutlich senken. Daher lautet unser Fazit: Vorher informieren, gesunden Menschenverstand einschalten, wo nötig und möglich Vorsorge treffen und – ganz wichtig: sich die Freude an der Afrikareise nicht nehmen lassen.
