Chobe Nationalpark – Victoria-Fälle (Simbabwe) – Heimflug nach Deutschland

Mittwoch, 20.12.2023: Wiedersehen mit dem Chobe River
Heute wechseln wir zum letzten Mal in diesem Urlaub unser Camp und fahren in nordöstlicher Richtung zum Chobe River. Wir stellen uns auf eine lange und holprige Fahrt ein. „Mindestens 5 Stunden für die Strecke von 130 km werden wir wohl brauchen“, erklärt uns Paul. Auf passabler Sandpiste kommen wir die ersten 50 km gut voran. Hier sichten wir zu unserer Freude kurz hintereinander 2 kräftige Tüpfelhyänen, die die Straße kreuzen. Noch erfreuter sind wir allerdings über die gute Teerstraße im Anschluss. Unterwegs halten wir in einem kleinen Dorf an, in dem unser Koch Chicco aufgewachsen ist. Er erzählt uns, wie sehr sich sein Dorf in den letzten 5 Jahren verändert hat. Investoren kaufen die Grundstücke in direkter Flusslage auf und haben inzwischen schon 4 Lodges neu errichtet. Die Dorfbewohner profitieren auch vom zunehmenden Tourismus, da viele von ihnen inzwischen Jobs in den Lodges gefunden haben. Nachdem wir dort unsere tägliche Pause mit frischem Obst und Heißgetränken gemacht haben – von Paul immer als „Teatime“ bezeichnet – fahren wir durch das Dorf Kachikau und dann weiter zum Ngoma Gate. Zurück im Nationalpark lassen wir den Verkehrslärm hinter uns und tauchen ein in die unberührte Natur dieses Schutzgebietes. Die rote Erde der Piste ist ein schöner Kontrast zur grünen hügeligen Landschaft. Von einem der Hügel eröffnet sich plötzlich ein atemberaubender Blick auf das Flussbett des Chobe. Am hiesigen Ufer in Botswana steht ein einzelner Fischer mit seinem Boot. Am gegenüberliegenden Flussufer in Namibia sind grasende Zebras und Impalas zu sehen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir unsere Campsite und bauen flugs unser Zelt auf. Kaum sitzen Burak und ich gemütlich beim Kaffee zusammen, erscheinen wie aus dem Nichts und völlig lautlos mehrere Elefanten im Camp. Nur wenige Meter hinter unserem Toilettenzelt laufen sie vorbei, ohne uns weiter zu beachten. Wir beobachten eine Elefantenkuh, die mit ihrem Baby friedlich vorbeizieht, und genießen das Schauspiel. Wo sonst kommt man Wildtieren schon so nah? (Autorin: Marion)
Donnerstag, 21.12.2023: Pirschfahrt ja, Bootstour nein
An viel Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken. Ab Mitternacht rissen uns Blitz und Donner aus unseren Träumen und hielten uns über Stunden in Atem. Aus unserem Zelt heraus konnten wir das wilde Naturspektakel hautnah mitverfolgen: Der Himmel glich einem Blitzlichtgewitter und einige Male donnerte es so gewaltig, dass wir dachten, gleich kracht das Zelt zusammen. Irgendwann müssen wir dann müde und ermattet in den Schlaf gefallen sein, begleitet von dem monotonen Prasseln des Regens auf unser Zeltdach. Umso verwunderlicher dann das Vogelgezwitscher, das uns am Morgen empfängt, als der Wecker um 5:30 Uhr klingelt. Ganz friedlich liegt der Zeltplatz da. Die ersten Sonnenstrahlen trocknen den noch feuchten Boden, so als wäre fast nichts gewesen. Botswanas Wetter zur Regenzeit hat viele Launen und Gesichter. Bei uns zuhause nennt man das Aprilwetter, nur eben 30 °C kühler. Nach dem Frühstück geht es auf die letzte Pirschfahrt auf dieser Reise. Neben einigen Pavianen und Giraffen sehen wir vor allem viele Impalas, diese grazilen fein gezeichneten Antilopen, die in großen Herden grasen oder es sich zwischen den Sträuchern einfach gemütlich gemacht haben. Der Star sind aber heute nicht die Tiere, sondern vielmehr die wunderschöne Landschaft. Wie mit einem Zauberstab hat der Regen der letzten Wochen aus der trockenen Savanne fast schon einen Garten Eden entstehen lassen. Überall schlagen die Büsche und Bäume aus, die sonst so trockene Erde gleicht einem zarten gelben Blütenmeer. Mitten hindurch schlängelt sich der Chobe, Grenzfluss zwischen Botswana und dem zum Greifen nahen Namibia. Apropos Chobe. Dem haben wir heute einen Korb gegeben. Als nämlich unser Guide Paul gestern, sozusagen als kleines Extra, eine Bootsfahrt auf dem Chobe ankündigte, lehnten wir als einzige ab. Wir kennen den Chobe nur allzu gut. Wer sich erinnert: Vor 4 Wochen hatten wir auf ihm die denkwürdige Bootstour im Tropensturm unternommen, die um ein Haar in einer Katastrophe geendet wäre. Also verabschieden wir den Rest der Gruppe nach dem Mittagessen und wünschen allen viel Spaß. Um 14.30 Uhr soll die Flussfahrt losgehen. Wir bleiben alleine auf dem Camp zurück und genießen die ruhige Atmosphäre bei sonnigem Wetter. Nicht lange. Um 14 Uhr ziehen bedrohliche Gewitterwolken auf. Wenige Minuten später setzt heftiger Regen ein begleitet von wüstem Donnergrollen. Wie gut, dass wir das Schicksal nicht ein zweites Mal herausgefordert haben. (Autor: Burak)


Freitag, 22.12.2023: Stippvisite in Simbabwe
Jetzt ist es also wirklich soweit. Heute heißt es Abschied nehmen. Abschied von Botswana, Abschied von Guide Paul und Koch Chicco und vor allem: Abschied vom Campen. Halleluja! Als wir morgens zum letzten Mal das feuchte, sandige und müffelnde Zelt abgebaut und verstaut haben, balle ich die Siegesfaust. Ich werfe noch einen letzten Blick auf den einsamen Campingplatz, der uns zugegebenermaßen ein grandioses Naturerlebnis beschert hat, und springe gut gelaunt in den Safariwagen. Paul wird uns heute bis zur Grenze nach Simbabwe fahren, wo uns ein einheimischer Guide um 9 Uhr abholen soll – eigentlich jedenfalls. Die Einreiseformalitäten laufen afrikatypisch etwas chaotisch aber problemlos ab und stolz betrachten wir danach den auffälligen Einreisestempel. Doch der Bus mit dem Guide lässt sich einfach nicht blicken. Auch mehrere Telefonate mit ihm führen zu nichts. Zunächst gibt er an, 10 Minuten später zu kommen. Danach ist er gar nicht mehr erreichbar. Nach 1,5 Stunden Wartezeit, die wir mit Lesen und Spielen am Handy verbringen, ist der neue Guide endlich da und stellt sich als Jonathan vor. Nachdem wir uns herzlich von Paul und Chicco verabschiedet haben, fahren wir im klimatisierten Bus Richtung Victoria Falls City. 45 Minuten später erreichen wir unser Hotel, das Pioneers Falls. Das kleine Hotel im modernen Kolonialstil liegt eingebettet in einen tropischen Garten. Mein Blick fällt auf die zwei Swimmingpools und ich preise im Stillen die Errungenschaften der Zivilisation. Burak und ich stürmen ins Restaurant und bestellen erst mal etwas Leckeres von der Speisekarte und dazu eine Flasche Rotwein. Danach folgt noch eine ausgiebige Dusche und so stehen wir um 15 Uhr gutgelaunt in der Hotellobby, unserem Treffpunkt für den Ausflug zu den Victoriafällen. Nur zehn Fahrminuten vom Hotel entfernt liegt diese weltberühmte Sehenswürdigkeit Simbabwes. Das Naturwunder kann für stolze 50 US-Dollar besichtigt werden. Wir zahlen zähneknirschend, aber sollen es nicht bereuen. Denn über 2 Stunden genießen wir auf dem Weg entlang der Abbruchkante der Wasserfälle die allerschönsten Ausblicke. Nicht nur einmal werden wir von der Gischt nass gespritzt, eine willkommene Abkühlung an diesem heißen Tag. (Autorin: Marion)
Samstag, 23.12.2023: Goodbye Africa!
Die Nacht war kurz. Vor Aufregung und Freude auf die Heimkehr habe ich öfter wach gelegen. Die Koffer haben wir gestern Abend schon gepackt. Als wir zum Frühstück auf die Außenterrasse unseres Hotels gehen, ist es draußen schon schwülwarm. Schon komisch, so einen Tag vor Weihnachten. Um 11 Uhr holt uns Jonathan, unser simbabwischer Guide, ab und bringt uns zum Flughafen. Nach einer halbstündigen Fahrt kommen wir am Victoria Falls International Airport an. Der Check-in geht flott vonstatten, da bei Ankunft nur unsere kleine neunköpfige Reisegruppe da ist, die sich auch noch auf drei Schalter verteilt. Ebenso schnell kommen wir durch die Sicherheitskontrolle. Nur am Gate müssen wir dann länger warten, da unser Zubringerflug nach Johannesburg 45 Minuten Verspätung hat. Nervös macht uns das aber nicht, da wir dort mehr als 3 Stunden Umsteigezeit haben. Außerdem holt der Flieger wieder etwas Zeit auf, so dass wir gegen 16 Uhr in Johannesburg ankommen. Der Anflug auf die südafrikanische Metropole gleicht einer Sightseeingtour. Bei klarem Himmel können wir viele Details der weitläufigen Millionenstadt erkennen. Vor allem faszinieren uns die Skyline des Stadtzentrums mit seinen Wolkenkratzern und die riesigen Townships drumherum. In Südafrika waren wir zwar schon einmal, aber dieses wunderschöne Land ist sicher mehr als eine Reise wert. Aber bevor wir jetzt auf dumme Gedanken kommen, gehen wir erst mal in ein gemütliches Café in der Abflughalle und dann zu unserem Gate. Dort steht es auch schon angeschlagen: Condor Flug DE 2289, planmäßige Abflugzeit 19:15 Uhr. In echt wird es dann 19:55 Uhr, aber auch das ist uns schnuppe. Beim Betreten des Fliegers werden wir mit „Schönen Abend“ begrüßt, nehmen unsere Plätze 7A und 7C ein und hören die Bordansage auf Deutsch. Erste Vorboten der Heimat, nee wat is dat schön. (Autor: Burak)


Sonntag, 24.12.2023: Ankunft in Deutschland
Als unser Flieger kurz vor 6 Uhr morgens auf dem Frankfurter Flughafen landet, ist es draußen noch dunkel. Schon beim Verlassen des Flugzeuges empfängt uns der nasskalte deutsche Winter. Gestern noch 35 °C und heute nur noch 9 °C: Das ist doch mal ein Kontrastprogramm. Nach der Passkontrolle holen wir unser Gepäck ab und gehen die knapp 800 m zum Fernbahnhof des Flughafens. Unser ICE kommt pünktlich an und fährt direkt bis Münster durch. Auf der Zugfahrt wird es langsam hell, so dass wir jetzt die zahlreichen überfluteten Felder und Wiesen erkennen können, an denen wir vorbeifahren. Hier muss es wohl die letzten Wochen durchgeregnet haben. Wenigstens an den Regen müssen wir uns nicht gewöhnen, denn davon hatten wir in Afrika ja auch schon genug. Nach Umstieg in Münster holen uns unsere Nachbarn am Heimatbahnhof ab. Gegen 11 Uhr kommen wir zuhause an. Um viele unvergessliche Eindrücke und Erfahrungen reicher – und glücklich, wieder da zu sein.
Wir wünschen allen frohe Weihnachten und einen guten Start in 2024!
Vielen Dank, dass ihr unsere Reise mitverfolgt und unsere Beiträge so fleißig kommentiert habt. Ihr wart für uns eine große Motivation weiterzuschreiben. Wir genießen jetzt erstmal die Feiertage und melden uns dann wieder mit Neuigkeiten am 03.01.2024. Denn wie ihr ja bereits wisst: Mittwoch ist KrautTrotter-Tag!

Liebe Marion, lieber Burak,
Heute habe ich endlich Euren Blog gelesen und es war wunderbar, die einzelnen Tage noch einmal durch Eure Texte zu erleben.
Viele Grüße.
Sandra
Liebe Sandra,
wir freuen uns sehr über deinen Kommentar und hoffen, dass du noch eine schöne Zeit in Südafrika hattest. Die Safari in Botswana wirkt noch immer nach und war wirklich ein einmaliges und sehr intensives Erlebnis.
Viele liebe Grüße aus dem Münsterland,
Marion und Burak 🙂