Afrikareise ist nicht gleich Afrikareise
Was meinen die Reiseveranstalter eigentlich mit Erlebnisreise? Und was unterscheidet eine klassische Afrikareise von einer Abenteuertour? KrautTrotter Safaris erklärt die Reisevarianten und bringt Licht ins Dunkel des Begriffs-Dschungels.
Reisevariante 1: Die Klassik-Reise
Auf einer klassischen Afrikareise, hier als Klassik-Variante bezeichnet, ist deine Reise vollgespickt mit Länder-Highlights. Der Veranstalter nutzt die – zumeist begrenzte – Reisezeit effizient, um möglichst viele Erlebnisse reinzupacken. Lange Fahrtage gehören in Afrika einfach dazu, da meist größere Strecken zu bewältigen sind. Die wunderschöne Landschaft entschädigt dich aber oftmals für das stundenlange Fahren auf afrikanischen Schotterpisten. Zum Übernachten bleibst du in Unterkünften der Mittelklasse, meist einem Mix aus Hotels, Gästehäusern und Lodges. Oftmals ist tägliches Kofferpacken angesagt, denn der nächste Ort mit der nächsten Sehenswürdigkeit wartet schon. Zum Kennenlernen eines afrikanischen Landes bietet eine Klassik-Reise den besten Überblick für Afrika-Ersttäter. Wegen der vielseitigen Mischung aus Landschaft, Kultur und Safari bezeichnen einige Reiseanbieter diese Variante auch als Erlebnisreise.

Reisevariante 2: Die Genießer-Reise
Weniger (Programm) ist mehr bei dieser Reisevariante. Die Genießer- oder Genussreise steht für entschleunigtes Reisen, einige Veranstalter nutzen auch die Zusätze „mit Muße“ oder „ganz entspannt“ zur Kennzeichnung. Auf einer Genießer-Reise durch Afrika ist das tägliche Fahrpensum etwas reduziert und du kannst länger an schönen Orten und Sehenswürdigkeiten verweilen. Da du meist 2-3 Tage in einer Unterkunft bleibst, sind diese besonders sorgfältig ausgesucht und bieten dir Annehmlichkeiten wie Spa-Bereich, eigenes Weingut, Reitstall etc.. Auf einer Genießer-Reise hast du auch mal Freizeit von der Gruppe und kannst für dich alleine etwas unternehmen. Viele Genießerreisen haben ein bestimmtes Motto oder einen Schwerpunkt, wie z.B. Botanik- oder Weinreisen auf der Gartenroute Südafrikas. Eine Luxusvariante der Afrikareise stellt die Fly-in-Safari dar, bei der man in Buschfliegern zu den Hotspots gelangt. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass das Durchschnittsalter der Genuss-Reisenden höher ist, als bei den anderen Varianten.

Reisevariante 3: Die Abenteuer-Reise
Auf einer Abenteuer- oder Aktivreise erwarten dich körperliche Betätigung, kultureller Austausch und intensive Naturerlebnisse. Diese Reisevariante zielt insbesondere auf junge und junggebliebene Reisegäste ab, die zum Komfortverzicht bereit sind und Anstrengungen nicht scheuen. Als Transportmittel dient in der Regel ein geländegängiges Fahrzeug, wie ein umgebauter LKW oder Bus, aber auch öffentliche Verkehrsmittel wie Züge, Busse und Fähren werden eingesetzt. Zu den Aktivitäten gehören Wander- und Trekkingtouren, sowie Rafting, Kajakfahren und Moutainbiken. Einige Aktivreisen enthalten integrierte Rangerkurse, bei denen man den Wildhütern für einige Tage oder sogar Wochen über die Schulter schaut und ein Zertifikat erwerben kann. Du übernachtest dabei in einfachen naturnahen Unterkünften oder schlägst dein Zelt auf einer Campingtour direkt in der Wildnis auf. Auf einer Abenteuer-Reise ist Teamgeist gefragt, und so wird aus der – oft internationalen – Reisegruppe schnell ein eingespieltes Team.

KrautTrotters Empfehlung:
Marion und Burak von KrautTrotter raten dir, alle Reisevarianten einmal auszuprobieren. Jede hat ihre Zeit und auch ihre Berechtigung. Aber eines sollte jeder Afrikareisende vorher wissen: Wer Erholung sucht, wird nicht auf Safari, sondern eher auf Afrikas Inseln wie Mauritius oder den Seychellen glücklich. Schwarzafrika ist durchaus anstrengend und erfordert von den Reisenden Durchhaltevermögen und Toleranz. Wenn du das erste Mal nach Afrika reist, kann vieles auf dich zunächst fremd und auch beängstigend wirken. Dafür erwarten dich auf deiner Reise großartige und unvergessliche Erlebnisse, die dich für alle Mühen entschädigen. Und wen das Afrikavirus einmal infiziert hat, der sehnt sich sogar nach dem nächtlichen Löwengebrüll hinterm Zelt zurück.
